VERFILMUNGEN UND THEATERINSZENIERUNGEN VON KAREN BLIXENS LEBEN UND WERK

Viele dänische und ausländische Filmkünstler, Regisseure, Dramatiker, Koreografen und Komponisten ließen sich von Karen Blixens Leben und Erzählungen inspirieren, um Werke in ihren eigenen Medien zu schaffen, die aber Blixens Kunst und/oder Biografie als Ausgangspunkt benutzten.
Einige dieser Werke wurden weltberühmt und verbreiteten das weltweiter Interesse an Blixens Autorschaft, andere wurden nur für kleine Kreise geschaffen und erfuhren nie viel Aufmerksamkeit.

SPIELFILM

Es versteht sich von selbst, dass von all den oben genannten Kunstformen, die Filmatisierungen am beliebtesten waren, und das von allen Filmatisierungen, Sydney Pollacks Out of Afrika der größte Publikumserfolg war.
Kurt Luedke´s Drehbuch für den Film basiert auf den Büchern Jenseits von Afrika, Schatten wandern übers Gras, Briefe aus Afrika Judith Thurmans Biografi: Tania Blixen. Ihr Leben und Werk, sowie Eroll Trzebinski´s Denys Finch Hatton – Biografie: Silence will speak.
John Barry hat die Filmmusik geschrieben und in den Hauptrollen sind Meryl Streep, als Karen Blixen, Robert Redford, als Denys Finch Hatton und Klaus Maria Brandauer als Bror Blixen zu sehen.

Jenseits von Afrika, Premiere 1985
Der Film hatte am 10. Dezember 1985 Weltpremiere in New York und kurz darauf, am 31. Januar 1986 Premiere in Nairobi. In Dänemark hatte der Film am 21. Februar 1986 unter dem Titel Mit Afrika Premiere.
Am 24. März 1986 wurde Sydney Pollacks Film mit sieben Oscars belohnt.

Babettes Fest
Auch die Filmversion der Erzählung Babettes Fest (Babettes Gæstebud) des dänischen Regisseurs Gabriel Axel, aus dem Jahr 1987, bekam einen Oscar. Dieser wurde 1988 in der Kategorie: Bester ausländischer Film, vergeben. Gabriel Axel schrieb auch selbst das Manuskript. Die Musik stammt von dem Komponisten Per Nørgård. In den Hauptrollen sind Stephane Audran, Bodil Kjer, Birgitte Federspil und Jarl Kulle zu sehen.

Der amerikanische Regisseur und Schauspieler Orson Welles hatte über Jahre hinweg viele Pläne Karen Blixens Erzählungen zu filmatisieren, aber nur ein Plan wurde tatsächlich realisiert.
Die unsterbliche Geschichte, mit dem Drehbuch von Orson Welles und mit ihm selbst in der Hauptrolle des Mr. Clay wurde 1968 verfilmt.
Jeanne Moreau hat die Rolle von Virginie und Roger Coggio hat die Rolle von Elishma.
Musik: Erik Satie. Französische Produktion, weshalb der Originaltitel Une histoire immortelle.

DOKUMENTARFILME

Porträtgesprech. Karen Blixen. Filmaufnahme auf Rungstedlund, Sommer 1953. Interviewer: Karl Bjarnhof. Mitwirkende u.a. Karen Blixen, Alfred Petersen (Chauffeur und „Mädchen für alles“ auf Rungstedlund), Niels Carlsen. Karen Blixen wünschte, dass der Film nicht vor ihrem Tod gezeigt werde. Aus diesem Grund wurde er das erste Mal 1977 bei einem Treffen in der Karen Blixen Selskabet (der Karen Blixen Gesellschaft) gezeigt. 1996 wurde er von Minerva Film auf Video herausgegeben.

STORYTELLER
1995 hatte der Dokumentarfilm, in Spielfilmlänge, Karen Blixen – Storyteller von dem Regisseur Christian Braad Thomsen dänische Premiere. Der Regisseur interviewt in dem Film eine Reihe Mennschen, die Karen Blixens gut kannten: Der Dichter und Freund Thorkild Bjørnvig, der Litteraturprofesseor Aage Henriksen, der Gründer des Kunstmuseums Louisiana, Knud W. Jensen, Niels Carlsen, der Sohn von Blixens Haushälterin, Blixens Bruder Thomas Dinesen, sowie dessen Ehefrau Jonna Dinesen.
Außerdem enthält der Film Ausschnitte aus älteren dänischen und ausländischen Interviews mit Karen Blixen. Viele der ausländischen Interviews wurden in Dänemark niemals gezeigt. Zum Beispiel ein lustiges Interview aus dem amerikanischen Fernsehen aus dem Jahr 1959 mit dem Studienwirt Alex King in seinem Programm Alex in Wonderland. Die damals 74-jährige Karen Blixen, die es gewöhnt war „baronesse“, lässt sich nicht davon beirren, dass Alex King sie konsequent „darling“ nennt.

Der Schriftsteller und Filmjournalist Keith Keller, der einmal mit Karen Blixens Nichte gibt in seinem Buch Karen Blixen og filmen (Karen Blixen und der Film), 1999, einen persönlichen Durchgang von sämtlichen durchgeführte und realisierte filmische Versionen von Blixens Werken, darunter auch die folgenden sechs TV-Filmen:

TV-FILM

1 Samtale om Natten i København (Nächtliches Gespräch in Kopenhagen)
TV-Film aus dem Jahr 1970. Regie und Drehbuch von Kaspar Rostrup.

2 Drömmare på besök (Das träumende Kind)
TV-Film in drei Abschnitten aus dem Jahr 1978. Regie und Drehbuch: der schwedische Fotograf und Regisseur Georg Oddner.

3 Ehrengard
Ursprünglich ein Spielfilm aus dem Jahr 1982, der allerdings nur für kurze Zeit im Kino lief. Seidem wurde er im italienischen und schwedischen TV gezeigt. Die Regie führte der Italiener Emidio Greco, der auch das Drehbuch in einer Zusammenarbeit mit Enricco Filippini schrieb.

4 Sorg-Agre
TV-Film, 1987. Regie und Drehbuch: Morten Henriksen.

5 Ringen (Der Ring)
TV-Film, 1988. Regie und Drehbuch Kristoffer Nyholm.

6 Lucifer´s Child (Luzifers Kind)
TV-Film, 1992 von dem amerikanischen Komponist und Dramatiker William Luce. Lucifers Child war ursprünglich ein Theatermonolog, der 1991 seine Premiere auf dem Broadway hatte mit Julie Harris in der Rolle der Isak Dinesen/Karen Blixen. Wiliam Luce ließ sich für seinen Blixen-Monolog von Judith Thurmans Blixen-Biographie, und von den Büchern Jenseits von Afrika und Schatten wandern übers Gras inspirieren. Der Theatermonolog wurde 1993 mit Lærke Reddersen als Regisseur und Birgitte Federspil in der Hauptrolle aufgeführt.

THEATER

Ehrengard
Theaterinszenierung von Karen Blixens Novelle, 1989. Text und Regie: Per Brink Abrahamsen. Aufgeführt im Svalegangen, Århus, 1989 und 1998.

Die Rache der Engel
Inszenierung 1991 von John Dove. Aufgeführt im Århus Theater, 1991.

OPERN

Die unsterbliche Geschichte
Oper in zwei Akten, aus dem Jahr 1971, nach Karen Blixens Erzählung. Komponist: Leif Thybo. Libretto: Arnold Östmann. Regie: Leif Söderström. Schwedische Uraufführung in der „Internationella Vadstena-akademien“, 1971.

Die Träumer
Musikdrama aus dem Jahr 1974, nach Karen Blixens Erzählung. Komponist und Text: Ebbe Hamerik. Regie: Peter Eszterhas. Uraufführung, Århus Festwoche, 1974.

Der Ring
Oper, 1979, nach Karen Blixens Erzählung. Komponist: Bo Holten. Text: John von Dahler. Regie: Lennart Toft. Aufgeführt von dem „Musikdramatisk Teater“ im „Det danske Teater“, 1979.

Die Rache der Wahrheit
Oper nach der Marionettenkomödie aus dem Jahr 1926. Gemeinschaftsproduktion des „Kgl Teater“ und der „Jyske Opera“. Komponist: Ib Nørholm. Premiere im „Østre Gasværk“, 1986.

Grinning at the Devil
oder „Aria to Ariel“, Oper, 1989, eine Fantasie über Karen Blixens Leben und Wirken. Komponist: Der englisch-irische James Wilson. Text: Elsa Gress. Aufgeführt im Rittersaal, 1989.

BALETT

Luzifers Tochter
Balett in zwei Akten, 1992 mit drei Personen: Der Mann, die Frau und ihr Geliebter. Koreografie und Inszenierung: Flemming Flindt. Musik: Carl Nielsen. Die drei Partien tanzen Vivi Flindt, Peter Schaufuss und Peter Bo Bendixen. Aufgeführt im „Musikhuset“ in Århus, 1992.

Tanne
Poetische Tanzszenen aus dem Jahr 1994, basierend auf einigen ausgewählten Szenen aus Karen Blixens Leben. Koreografie und Idee: der amerikanische Koreograf Warren Spears, künstlerischer Leiter des „Nyt Dansk Danseteater“ von 1987-1998. Musik: Fuzzy. Aufgeführt 1994.

KOMPOSITIONEN

Babettes Fest
Per Nørgård: Two small piano pieces composed for „Babette´s Feast“, 1987.

Osceola-suite
Für das Sopran-Solo und Kammerorchester von Edwin Kammerer. 1977.

Vinger
Gedicht mit Musik von dem Komponisten Erik Norby versehen, gesungen von Edith Guilaume zu Karen Blixens Hundertjahrfeier an der Universität Kopenhagen, 1985.