Bibliographie

Es sind bisher noch keine größeren dänischen Biografien über Karen Blixen geschrieben worden. Viele Mennschen, die Karen Blixen kannten, insbesondere die, die sie nach ihrer Heimkehr nach Dänemark 1931 häufig sahen, haben Erinnerungsbücher mit biografischem Zügen über sie geschrieben.

Aber die großen Biografien über die Schriftstellerin wurden alle von amerikanischen Frauen geschrieben.

TANIA BLIXEN. IHR LEBEN UND WERK

Die umfassendste der amerikanischen Biografien schrieb Judith Thurman. Das Werk in deutscher Übersetzung, Judtih Thurman: Tania Blixen. Ihr Leben und Werk, erschien 1982 in den USA unter dem Titel: Judith Thurman: Isak Dinesen. The Life of a Storyteller. In Dänemark erschien sie 1983, unter dem Titel: Karen Blixen. En fortællers liv. Das Werk erschien jedoch nicht nur in den USA, Dänemrk und in Deutschland, sondern u.a. auch in Brasilien, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, Spanien und Polen.

Die Biografie basiert auf sieben Jahren Recherche in Dänemark und Kenia, auf Lesen im Karen Blixen-Archiv in der Königlichen Bibliothek und auf vielen Gesprächen mit Mennschen, die die Schriftstellerin persönlich gekannt haben.

In ihrem 600 Seiten starken Werk beschreibt Thurman sehr detailiert Karen Blixens Leben und ihre Familienverhältnisse, mit deren Beschreibung sie die Biografie beginnt.

Die vier Hauptabschnitte des Buches heißen: Tanne. Tania. Isak Dinesen. Pellegrina.

Judith Thurman erläutert präzise und verständlich die Parallelen und Unterschiede zwischen Karen Blixens Leben und ihrem Werk.

Sie sagt über Blixen, dass sie mit ihrer Kunst ein Universum mit einem Zusammenhang gegeben habe, den es in Blixens chaotischen Leben nicht gab.

Die allererste Biografie über Karen Blixen veröffentlichte 1967 Parmenia Migel, unter dem Titel Titania. The Biography of Isak Dinesen. Diese basiert auf vielen Gesprächen mit Karen Blixen, weshalb zu vermuten ist, dass sie in großen Zügen das Bild wieder gibt, von dem Karen Blixen selbst wünschte, das es von ihr überlebt.

Parmenia Migels Biografie stellt Denys Finch Hatton als Blixens große erwiderte Liebe Vor, während sie über Bror von Blixen nur sehr wenig erwähnt. Die Zeit in Afrika wird als das verlorene Paradies beschrieben und die Zeit in Dänemark wird als Periode geschildert, in der Karen Blixen wichtige Kontakte mit Künstlern und Schriftstellern knüpfte.

Eine Lektorin an der Boston University, mit dem Namen Olga Pelensky schrieb 1991 eine Blixen-Biografie mit dem Titel Isak Dinesen. The Life and Imagination of A Seducer. Diese Biografie baut teilweise auf den beiden vorangegangenen auf. Ein anderer Teil besteht aus Interviews mit leuten aus dem In- und Ausland, die Karen kannten. Das Buch ist aufgeteilt in die Kapitel: The Aristocrat. The Adventurer. The Author. Letzteres enthält als Motto ein Zitat aus Blixens Afrika-Briefen: „When the design of my life is completed, shall I, shall other people see a stork“? (Wenn das Design/Schaffen meines Lebens vollständig ist, soll ich und sollen andere Mennschen einen Storch sehen?)

Karen Blixen referiert hier die Kindergeschichte „Die Wege des Lebens“, die in ihr Buch Jenseits von Afrika einfloss. Olga Pelensky stellt Karen Blixen als Vorbildfrau für andere Frauen vor, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen wollen und Weltberühmtheit erlangen möchten.

In dem Buch, der dänischen Literaturforscherin Tonni Arnold, Bror Blixen. En eventyrer (Bror Blixen. Ein Abenteuerer) aus dem Jahre 1992, wird Karen Blixen erstmalig aus einer anderen Perspektive gezeigt, indem das Buch hauptsächlich Interviews mit Bror Blixen-Fineckes Familie berücksichtigt. Darüber hinaus hat Tonni Arnold, zur Recherche, Bror Blixens, mittlerweile verstorbene, zweite Ehefrau Cockie Birkbeck Hoogterp interviewt.

Das Buch ist in erster Linie eine Biografie über Bror von Blixen, aber dadurch beschäftigt sich ein großer Teil auch mit Karen Blixen und der Ehe der beiden.

Laut Tonni Arnold, mochte Karen Blixen Bror mehr als andere Darstellungen ihres Verhältnisses immer vermitteln. Karen Blixens Verhältnis zu Denys Finch Hatton wird in dieser Version stark problematisiert. Das Potrait, dass Arnold von Bror in ihrem Werk zeichnet, lässt auf einen Mann mit großen Schuldgefühlen schließen, der sehr viel von seiner ersten Ehefrau Karen hielt, und sich verstehend gegenüber ihrer Malerei und ihrem Schreiben zeigte. Das Buch beleuchtet auch sehr detailiert den Betrieb der Farm und das Leben in Nairobi zu Blixens Zeit dort.